polnische Küche

Kur Polen polnisches Essen

Die polnische Küche zeichnet sich überwiegend durch Nahrungsmittel aus, die aus dem einheimischen Anbau stammen. Die klimatischen Voraussetzungen sind so, dass Getreide, Kohlsorten und Kartoffeln auf den Feldern angebaut werden. Winterfestes Wurzelgemüse stellt in der kalten Jahreszeit einen festen Bestandteil dar. Auch die Zucht von Schweinen und Rindern haben eine lange Tradition. Durch den Zugang zum Meer, sowie tausenden von Seen ist die polnische Küche ebenfalls geprägt von Fischgerichten.

Regional betrachtet sind die Fischgerichte besonders im Norden des Landes. In der Region Mazowsze (Masowien, rund um Warschau) gilt Zurek oder Zur, die saure Mehlsuppe, als Köstlichkeit. Im Osten Polens gelten die Maultaschen Pierogi als Spezialität. Zu den Spezialitäten des Landes zählen auch die Sauerkrautsuppe Kwasnica und der Schafskäse Oscypek aus der Berggegend.

Aufgrund der riesigen Wälder in Polen finden auch Wildtiere immer wieder einen Platz in polnischen Gerichten. Traditionell werden Wildgerichte in Polen mit marinierten Hagebutten gereicht.

Ebenfalls unverzichtbar auf dem polnischen Speiseplan ist Grütze, in den unterschiedlichsten Variationen.

In Polen kocht man ohne jegliche chemische Zusätze. Die Speisen sind naturbelassen und werden ausschließlich mit Kräutern und Gewürzen verfeinert. Daher finden auch Konservierungsmittel in der polnischen Küche keine Verwendung. Gutes Essen nimmt in polnischen Familien einen hohen Stellenwert ein. Daher ist Fast-Food in Polen auch längst nicht so beliebt wie z.B. in Deutschland.

Zu den typisch polnischen Gerichten zählen:

  • Bigos – polnisches Nationalgericht; Schmoreintopf aus Sauerkraut und Weißkohl, mit mehrerlei Fleisch (Rind, Wild, Schwein) und verschiedenen Wurstsorten, mit Waldpilzen und getrockenen Zwetschgen, Pfeffer, Piment, Lorbeer, Majoran, Kümmel, Tomatenmark und einem Schuss Rotwein verfeinert. Das Gericht ist jahrhundertealt, wird wegen seiner Haltbarkeit geschätzt und besonders gern im Winter gekocht und gegessen.
  • Pierogi – („Piroggen“); polnisches Nationalgericht (Maultaschen); halbrunde Teigtaschen mit verschiedenartigen Füllungen.
  • Barszcz – polnisches Nationalgericht; klare tiefrote Suppe aus vergorener Rote Bete. Sie wird zu Krokiety oder Kołaczyki aus der Tasse getrunken oder als Tellergericht mit Uszka (Tortellini) serviert.
  • Żur (Zurek)– typisch polnisches Gericht; säuerlich-würzige Suppe aus vergorenem Mehl, mit Majoran und unterschiedlichen Zutaten wie gekochten Eiern, Kartoffeln und Wurst.
  • Zrazy – gefüllte und geschmorte Rouladen, meist aus Rindfleisch. In die Füllung können Salzgurken, Zwiebeln, Speck, Senf und andere Zutaten gegeben werden. Traditionelles altpolnisches Adelsgericht, das auch zum Frühstück verzehrt wurde.
  • Gołąbki – („Täubchen“); geschmorte oder gebackene Kohlrouladen aus Weißkohl, mit Gehacktem und Reis oder Buchweizen gefüllt, häufig mit Tomatensoße oder Pilzsoße.
  • Flaki – („Innereien“); ein Kuttelgericht mit in Streifen geschnittenem Rinderpansen und Gemüse wie Karotten, Sellerie und Zwiebeln, mit Majoran und oft scharf gewürzt, vergleichbar mit dem ostpreußischen Fleck oder den sächsischen Flecken.
  • Pulpety – in Brühe gegarte kleine Hackfleischklopse; der Sud wird mit Gewürzen, Kräutern und Mehl angemacht, häufig reicht man dazu Reis oder Kasza (Buchweizengrütze). Pulpety sind auch als Einlage in Fischsuppen und Flaki verbreitet.
  • Kotlet schabowy – Schweinekotelett mit verschiedenen Beilagen, oft mit gestampften Kartoffeln, Dillkartoffeln oder Kopytka sowie geschmortem Weißkohl, Rohkostsalaten und Mizeria (Gurkensalat). Sehr häufig paniert.

Zwei typische polnische Rezepte:

Bigos, das polnische Nationalgericht (für vier Personen)

Zutaten: 250 g, Rindfleisch, 250 g Schweinefleisch, 250 g Kasseler, 250 g frische Krakauer und 500 g Sauerkraut. Weiterhin benötigt man 3 Zwiebeln, 1 scharfe Paprikaschote, 1.5 EL edelsüßes Paprikapulver und natürlich Salz und Pfeffer, einige Lorbeerblätter, einige Wacholderbeeren und Öl oder Butterschmalz zum Anbraten.

Zubereitung: Das Fleisch muss man in gleichgroße Stücke schneiden, dann das Rindfleisch kräftig anbraten, erst dann das Schweinefleisch und das Kassler zugeben, und erst zum Schluss die Krakauer. Ist alles angebraten, gibt man die in Würfel geschnittenen Zwiebel und Streifen von Paprika hinzu. Um es original nach zu kochen, kräftigst mit schwarzem Pfeffer und Salz würzen, um es dann einige Zeit schmoren zu lassen. Parallel den Weißkohl mit Lorbeerblättern und Wacholderbeeren weichkochen. Danach den Weißkohl abgießen und gemeinsam mit dem Sauerkraut dazugeben. Mit etwas Fleischbrühe ablöschen. Das Ganze jetzt so lange schmoren lassen, bis das Fleisch schön weich ist. Bei Bedarf immer wieder mit Brühe auffüllen. Man schmeckt am Schluss nur noch mit der edelsüßen Paprika ab. Normalerweise gibt es zu diesem Essen als Beilage noch Kartoffeln oder frisches Bauernbrot.

Ukrainische Barszcz – Rote-Bete-Suppe mit Zwiebeln und Kartoffeln (für vier Personen)

Zutaten: Etwa 500 g rote Bete, 1,5 mittelgroße Möhren, 1,5 Liter Fleisch- oder Gemüsebrühe, 4 größere Zwiebeln, etwa 600 g Kartoffeln und zum Würzen knapp drei EL Essig, viel Petersilie

Zubereitung: Die Brühe aufkochen, die Möhren dazugeben, das Ganze zum Kochen bringen. Die rote Bete grob reiben und und in die kochende Brühe geben. Mit dem Essig und Pfeffer abschmecken und erst zum Schluss die Petersilie dazugeben. Die Suppe sollte man natürlich auch noch mit Creme fraiche oder Sahne verfeinern. Jetzt auch die Kartoffeln kochen. Dann die Zwiebeln in Würfel schneiden und kurz bevor alles fertig ist, mit Öl anbraten, bis es eine leicht bräunliche Farbe angenommen hat. Die Suppe in Tellern servieren und die Kartoffeln separat mit den Zwiebeln vermischt auf den Tisch stellen. Man nimmt sich dann eine Kartoffel und tunkt sie in die Suppe.



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